PAIS CARE Berlin – gemeinsam Versorgung verbessern
PAIS CARE Berlin ist ein regionales Netzwerk zur Versorgung von Menschen mit postakuten infektiösen Syndromen (PAIS) – darunter auch ME/CFS und Post-COVID.
Hausärzte und das Post-COVID-Netzwerk der Charité arbeiten als Partner in Versorgung und Koordination zusammen.
Fachärzte, Psychotherapeuten, Physio-/Ergotherapeuten und Patientenorganisationen sind eng eingebunden.
PAIS CARE Studie
Die medizinische Versorgung von Menschen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS), einschließlich dem Post COVID-Syndrom (PCS), stellt eine große Herausforderung dar, da es bislang unzureichende Versorgungsstrukturen für die vielen Erkrankten gibt, oft eine komplexe Diagnostik erforderlich ist und es an kurativen Therapien fehlt. Insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Chronischem Fatigue Syndrom / Myalgischer Enzephalomyelitis (ME/CFS) und Posturalem Tachykardie-Syndrom (POTS) ist die Versorgungssituation ungenügend. Diese Erkrankungen sind bereits vor der Pandemie - auch als Folge anderer Infektionen - häufig aufgetreten und bergen das Risiko für einen schweren und chronischen Verlauf. Der GBA hat dem Rechnung getragen und eine Richtlinie zur intersektoralen und interdisziplinären Versorgung von PCS- und ME/CFS-Patienten veröffentlicht.
Das Ziel von PAIS Care ist auch der Ausbau und bessere Verknüpfung bestehender ambulanter Strukturen in der haus- und fachärztlichen Versorgung und den Hochschulambulanzen zu einem Modell für ein nachhaltiges interprofessionelles, effizientes Versorgungsnetzwerk für die Diagnose, Behandlung und das Management von PAIS-Patienten. Das Projekt zielt darauf ab in Anlehnung an die GBA-Richtlinie, ein umfassendes und nachhaltiges Versorgungsnetz für Patientinnen und Patienten mit PAIS in Berlin aufzubauen In einem Stufenmodell vom Hausarzt über den Facharzt bis hin zur Hochschulambulanz und unter Nutzung bereits bestehender Berliner Strukturen (Post-COVID-Netzwerk Charité, Charité Fatigue Centrum, Long Covid Netzwerk der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin) sollen Betroffene möglichst von Beginn der Erkrankung an mit einem strukturierten Diagnostik – und Therapiekonzept versorgt und dessen Wirksamkeit evaluiert werden. Hausärzte spielen hierbei eine zentrale Rolle in der Rekrutierung und Koordination. Auch bedarfsgerechte Strukturen für die Versorgung von Schwerst-Betroffenen unter Einbindung von SAPV, psychotherapeutische Unterstützung, Physikalische Medizin und ein Wiedereinstiegskonzept/Berufliches Eingliederungsmanagement („return-to-work“-Modell) für PAIS sind wichtige Elemente.
Teilprojekte
Aufbauend auf unseren bisherigen Erfahrungen und den in diesem Projekt gewonnenen Erkenntnissen und wissenschaftlichen Belegen werden wir ein Konzept für eine zukunftsweisende und nachhaltige, effiziente, sektorübergreifende Diagnostik und Therapie und dadurch eine gerechte und zugängliche Versorgung für PAIS in einer städtischen Region entwickeln. Das Konzept wird auch eine flexible Anpassung an die verbesserten Möglichkeiten der Diagnose, Behandlung und Prävention von PAIS in den kommenden Jahren ermöglichen. Die Ergebnisse dieser Studie werden regelmäßig in Fortbildungen, auf wissenschaftlichen Tagungen und bei öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt und in Laien-, Fachzeitschriften und Presse veröffentlicht und auch der Information von Krankenkassen und Gesundheitspolitik dienen. In einem weiteren vom Innovationsfond geförderten Projekt PAIS Berlin (link) wird die aktuell bestehende Versorgungslage von Patienten analysiert, um auch hierüber Grundlagen für eine Verbesserung der ambulanten universitären und hausärztlichen Versorgung zu schaffen.